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Ladezeiten

erstellt von Éric Dumonpierre zuletzt verändert: 19.01.2014 12:05

Die Zeit zum Auftanken eines Elektroautos ist bestimmt durch die Stromstärke der Ladesäule sowie die Aufnahmekapazität des Elektrofahrzeugs. Man unterscheidet zwischen dem gebräuchlichen Wechselstrom (AC) und Gleichstrom (DC).

Die klassische Haushaltssteckdose (Schuko 230 V, 16A) ist zur Betankung aller zwei- und vierrädrigen Elektrofahrzeuge geeignet. Es dauert nur lange. Da eine Schuko-Steckdose nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt ist, wird einphasig nur mit 12 A gedrosselt getankt. Ein Tankvorgang dauert zwischen 6 – 8 Stunden oder sogar deutlich länger bei einem Sportwagen (z.B. Tesla Model S).

Zum schnellen Betanken mit dreiphasigem Wechselstrom (Drehstrom 400 V) hat sich europaweit der sog. Typ 2-Stecker etabliert. Bei Fahrzeugen aus Nordamerika und Asien ist es der sog. Typ 1 Stecker. Je nach Zuleitung und Absicherung bieten Stromladepunkte die Typ 2-Betankung mit 16 A (11 kW) oder 32 A (22 kW) an. Die Ladezeit sinkt hiermit deutlich auf ca. 15,5 – 2 Stunden.

Darüber hinaus gibt es zwei Systeme, die eine Betankung mit Gleichstrom (500 V, 120 A) anbieten. Es handelt sich um das japanische Chademo und das europäische Combined Charging (Combo 2). In England und China wird das Combined Charging Ladeprotokoll mit etwas anderen Steckern ebenfalls angeboten. Beide Verfahren betanken ein Elektroauto innerhalb von 30 – 45 Minuten auf ca. 80 Prozent Batterieladung.

Durch die hohen Ladeströme sind die Ladekabel von Gleichstrom-Ladesäulen fest mit der Tanksäule verbunden. Für den Nutzer bietet sich das vertraute Bild vom Benzinkabel an herkömmlichen Tankstellen. Grundvoraussetzung ist ein Stellplatz mit einem Stromanschluss für das Elektroauto. Falls Ladezeiten von mehreren Stunden kein Problem darstellen, kann der Anschluss theoretisch über ein Ladekabel mit integriertem Steuergerät (In-Kabel-Kontrollbox, engl.: In-Cable Control Box, kurz ICCB) an eine gängige Haushalts-Steckdose mit 230 Volt erfolgen. Aufgrund der langen Ladezeiten, des oft schlechten Wirkungsgrads und des erhöhten Sicherheitsrisikos wird diese Methode nicht selten als "Notladung" bezeichnet. Deutlich schneller lädt die Batterie über eine Wallbox an einem Kraftstromanschluss (Dreiphasenwechselstrom) mit 400 Volt. Bei regelmäßiger Nutzung ist dieser Methode zum Aufladen des Elektroautos der Vorzug zu geben.

In beiden Fällen sollte vor Inbetriebnahme durch einen Fachmann abgeklärt werden, ob alle Anschlüsse und Zuleitungen der erhöhten Dauerbelastung gewachsen sind. Durch Überhitzung einer zu schwachen Installation droht schlimmstenfalls Brandgefahr.